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Freitag, 25. Mai 2018

QUICK & DIRTY: GOAT GIRL / Goat Girl

Published: 06.04.2018
Label: Rough Trade Records
Genre: AlternativeRock
Country: London, Great Britain



Members:
Clottie Cream, Rosy Bones, Naima Jelly and L.E.D.

War die letzten beiden Jahre noch der australische Kontinent in Sachen heiße Scheiße im Indie-Sektor das Nonplusultra, so scheint es für 2018 der Londoner-Süden zu werden, den nach Shame mit ihrem sensationellen Debütalbum (Review) kommt nun auch eine Girlband namens GOAT GIRL aus dieser Ecke und deren Debütalbum kann sich ebenfalls hören lassen!

Die vier Damen, die unter Kampfnamen - wie es sich für Erbinnen der Riot Grrrls gehört - in den Ring steigen vermischen auf ihrem 19 Songs starken Album "Goat Girl" düsteren PostPunk mit GarageRock- Noise- und Countryelementen!

Prinzipiell fallen dem gebildeten Indie-Freak beim Durchhören des Werkes gefühlte 1000 Referenzen aus dem Indie-Genre ein, aber die Damen selbst beziehen sich in Interviews erstaunlicherweise unisono auf The Slits und The Gun Club und ja, auch deren Einflüsse lassen sich auf dem Album heraushören.



Besonders auffällig finde ich allerdings die stimmliche Ähnlichkeit von Sängerin Lotte mit Liz Phair [ was macht die Gute eigentlich mittlerweile??? Mal auf ihrer Homepage nachschauen :-( ] und den omnipräsent gefährlich brummenden Bass, der mich natürlich sehr an Kim Deal denken lässt.

Die Karriere des 2016 gegründeten Quartettes kam so richtig ins Rollen mit der großartigen Single "Country Sleaze", die natürlich nun auch auf dem Debütalbum zu finden ist und dem dazugehörigen Clip, den man besser nicht anschaut, wenn man zu epileptischen Anfällen neigt.



Dass es in vielen Songs um feministische Themen geht, hatte ich ja schon mit dem Vermerk auf die Riot Grrrls geliefert, aber auch mit expliziten Statements zu Politik und Soziologie halten sich die vier Kämpferinnen nicht zurück, denn wie heißt es so schön in "Country Sleaze": "I am ashamed of this so-called human race"!



Echt schwierig wird es, wenn man Songs aus dem Album hervorheben will, aber einfach kann jeder, deswegen hier die Aufzählung meiner Favoriten - allerdings ohne Haltbarkeitsdatum und Ewigkeitsgültigkeitszertifikat und ohne Wertung in der Reihenfolge:"Country Sleaze", "Cracker Dool", "Creep", "Viper Fish", "Little Liar" und selbstverständlich "The Man".

NATÜRLICH wandert letztgenannter Song beim nächsten Update in die Indie-Disco-Playlist!

P. S. Ich glaube, ich bin ein bisschen verliebt in die Ziegenmädchen, wäre also schön, wenn das Konzert am 21. September in Berlin nicht das einzige Gastspiel in good old fucking Germany wäre. Come on grrrrls! Cologne is waiting!



Tracklist:
01 Salty Sounds
02 Burn the Stake
03 Creep
04 Viper Fish
05 A Swamp Dog's Tale
06 Cracker Drool
07 Slowly Reclines
08 The Man with No Heart or Brain
09 Moonlit Monkey
10 The Man
11 Lay Down
12 I Don't Care Part 1
13 Hank's Theme
14 I Don't Care Part 2
15 Throw Me a Bone
16 Dance of Dirty Leftovers
17 Little Liar
18 Country Sleaze
19 Tomorrow

Mittwoch, 23. Mai 2018

SHAME live in Cologne

Location: YUCA, Köln
Date: 21.05.2018 
Support: RVG


"Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander." [Quelle: Lutherbibel] 

"Ein herzliches Willkommen in Köln an die zornigen jungen Menschen von der Insel, die zu Beginn des Jahres mit "
Songs of Praise," ein Debütalbum hinlegten, das die Messlatte für alle noch kommenden Alben in diesem Jahr verdammt hochlegt.


Kein Wunder also, dass deswegen mit sehr großer Vorfreude mein treuer Konzertbegleiter C. - in Begleitung der charmanten P. - und meine Wenigkeit bei bestem Wetter am Pfingstmontag, also am Tag, als der heilige Geist entsendet wurde, auf den Weg in einen kellergewölbeartigen dunklen Club sind, um die "Loblieder" dieser fünf jungen Briten zu empfangen.

Bevor die Briten loslegen dürfen, gibt es allerdings eine Vorband aus Australien zu hören. Das Quartett mit Frontfrau Romy nennt sich RVG (Romy Vager Group) und stammt aus Melbourne. Die Band veröffentlicht im Juli ihr Debütalbum "A Quality Of Mercy", welches mit Musik aufwartet, die man zwischen AltRock und PostPunk einordnen kann und die in erster Linie von der rauchigen und sehr markanten Stimme der Frontfrau lebt.

Live kann mich die Band nicht wirklich begeistern, denn das Songwriting ist eher mittelmäßig und bleibt wenig im Gedächtnis. Mein treuer Konzertbegleiter sieht das ganz genauso, wohingegen P. mutmaßt, dass wir die Band nur nicht gut finden, weil die Frontfrau nicht aussieht wie Ellie Rowsell - was natürlich völlig absurd ist!



Ziemlich pünktlich um 21 Uhr entern die Herren Eddie Green, Charlie Forbes, Josh Finerty, Sean Coyle-Smith und Charlie Steen die Bühne. Los geht es nach kurzer Ansage mit "Dust On Trial" und es geht wirklich sofort richtig los! Schon nach wenigen Sekunden hat Sänger Charlie Steen das Publikum an den Eiern (*der politischen Korrektheit wegen) und Eierstöcken - denn im ausverkauften Yuca sind durchaus auch eine stattliche Zahl an weiblichen Gästen - und zeigt, dass SHAME in erster Linie eine Liveband sind.

Im zarten Alter von 16 Jahren begann Steen mit dem Schreiben von Songs und sein allererster ("One Rizla") wurde Jahre später zum Hit ihres Debütalbums.

Aber Steen ist nicht nur ein verdammt guter Songwriter, sondern auch ein Frontmann, der diesen Namen verdient. Steen will Spaß auf der Bühne UND er will dem Publikum Spaß bereiten. Immer wieder fordert er die Zuschauer auf, näher zu rücken, zu tanzen und sich aktiv am Konzert zu beteiligen. Das kann nerven, tut es in diesem Falle aber nicht, denn Steen scheint der geborene Rock 'n' Roll Entertainer zu sein, der in seinen stärksten Momenten tatsächlich an die Punk-Legende Henry Rollins erinnert.

Bereits nach dem zweiten Stück ("Concrete") ist sein Oberkörper entblößt, denn es wird heißer im Yuca! Der Sound lässt etwas zu wünschen übrig, aber das spielt heute Abend eine absolut untergeordnete Rolle, denn hier und heute zählt einzig der Rock 'n' Roll-Funke, der wie bei einer Kettenreaktion überspringt und ALLES in Brand setzt.

Bereits Lied Nummer drei in diesem furiosen Ritt ist der Hit "One Rizla". Es brodelt! Herr Gott, dieser Typ ist gerade mal 20, aber er weiß genau was und wie er es zu tun hat! Fu**ing fantastic!



Bei seinen zum Teil noch sehr bubihaft aussehenden Mitstreitern hat man allerdings eher den Eindruck, als könnten sie es noch gar nicht richtig glauben, dass sie weit weg von Zuhause in einer fremden Stadt gerade ein Publikum ausrasten lassen – wahrscheinlich rufen sie noch heute Abend ihre Mütter an und erzählen wie geil der Auftritt war. Der Ersatzpapa, ist übrigens der nicht mehr ganz jugendliche Drummer der Vorband, der die Jungs auf der Bühne mit Bierchen versorgt und schmunzelnd neben der Bühne lehnt und dabei den Gesichtsausdruck eines stolzen Vaters trägt  ;-)

Aber neben aller Jugend sieht man doch auch, dass sich die Band, bei dem was sie tut, pudelwohl fühlt und dass sie schon ein paar Konzertchen auf dem Buckel hat.

Nachdem die Band zu Beginn ihrer Karriere als Support für die Slaves, Warpaint und später für GURR unterwegs war, spielt sie im Jahr 2017 mehr als 250 Konzerte. Das kann man sicher nur durchhalten, wenn man so viel Spaß bei der Arbeit hat wie diese fünf Jungs aus dem Londoner Stadtteil Brixton.

Gekonnt absolviert das Quintett die Songs aus ihrem Debütalbum und überrascht außerdem mit einem neuen Song, der entweder noch unbetitelt ist oder aber später mal "Untitled" heißen soll. Feine Nummer, die sich nahtlos in das perfekte Set einfügt.

Feststellung des Abends: Selten machen Songs mit sozialkritischen Botschaften soviel Spaß wie bei diesem Gig, der BritPop und Punk so wunderbar perfekt verbindet, dass man sich fragt, wieso eigentlich niemand vorher auf diese eigentlich doch nahe liegende Idee gekommen ist?



Nach nicht mal einer Stunde sind Shame mit ihrem Set durch, aber den kürzesten Song ("Donk") ihres Debütalbum haben sie sich als Zugabe aufgehoben und so dürfen sich noch einmal ALLE sowieso schon schweiß- und biernassen Körper ineinander verkeilen und den heiligen Geist des Rock 'n' Roll an diesem Pfingstmontag empfangen. Amen.

Dann ist Schluss und ich gehe davon aus, dass jeder, der heute Abend hier war - wenn ihm oder ihr nicht der Himmel auf dem Kopf fällt - auch beim nächsten Gastspiel der Band am 12. Dezember im Kölner Luxor dabei ist.


Dienstag, 22. Mai 2018

QUICK & DIRTY: PARQUET COURTS / Wide Awake!

Published: 18.05.2018
Label: Rough Trade Records
Genre: AlternativeRock, IndieRock, PunkRock
Country: New York, U.S.A.



Members:
Andrew Savage, Austin Brown, Sean Yeaton, Max Savage

Es gibt einige Bands, bei denen sich mir nie die Frage stellt, ob ich mir das neue Album ungehört vorbestellen soll. Die PARQUET COURTS aus New York gehören seit ihrem zweiten Album "Light Up Gold"(2012) zu diesen Bands.

Die Band hat es seitdem geschafft, mit wenigen Alben einen unverkennbaren Sound zu etablieren, der irgendwo zwischen Talking Heads, The Clash und, The Stooges einzuordnen ist. Beim neuen Album "Wide Awake!" gilt es aber auf die alarmierenden Vorzeichen zu achten, denn niemand Geringerer als Danger Mouse wurde vom Quartett ins Boot geholt, um dem neuen Werk einen speziellen Schliff zu geben- und wer die gefährliche Maus und ihre Produktionen kennt, der weiß, dass Brian Burton immer eine deutliche Handschrift seines Schaffens hinterlässt.



Beim ersten kompletten Albumdurchgang fällt auf, dass das Album sehr abwechslungsreich ist, aber auch, dass die gefährliche Maus es wieder einmal geschafft hat, dass eine eigentlich für den Massengeschmack untaugliche Band sich in Sachen Zugänglichkeit deutlich bewegt hat. Sagen wir es so, noch nie war es einfacher für einen Mainstreamradiohörer, sich auf die Parquet Courts einzulassen.



Dass diese, nennen wir es neue Zugänglichkeit, nicht in Anbiederung mündet, ist die große zu bewerkstelligende Kunst eines von Danger Mouse produzierten Albums. Das gelang zuletzt grandios mit Portugal.The Man, kann aber, wenn die Band über nicht genügend kreatives Potential verfügt, wie im Falle von U2, auch ganz böse in die Hose gehen. Die Parquet Courts verfügen über dieses Potential, weswegen man bei "Wide Awake!" schon gut hinhören muss, damit man das Händchen von Danger Mouse heraushört.

Aber die Produktion ist nur das Sahnehäubchen des Albums, denn das Famose ist die fantastische Mannigfaltigkeit, die das New Yorker Quartett auf ihrem sechsten, je nach Zählweise auch fünftem  Album offeriert.

Das Album beginnt mit dem Clash-Gedächtnisrocker "Total Football", rückt dann bei "Violence" eine vorwitzige Doors-Gedächtnis-Orgel ins Zentrum, zu der Andrew sich wütend auslässt als sei er der dritte Sleaford Mods.

Es gibt hymnischen Pop, der sich an den Melancholie geschwängerten Songs der Seventies orientiert ("Mardi Gras Beads") und direkt darauf wieder Stücke, die in der Indie-Disco für erhöhte Bewegung sorgen ("Almost Had to Start a Fight/In And Out of Patience"). Auf "Freebird II" wiederum sind es die sechziger Jahre, die man sofort assoziiert, vor dem geistigen Augemainfestiert sich Savage moves like Jagger, als dieser noch Hosen trug, die heutzutage wegen sexueller Belästigung nicht mehr tragbar sind.

Tatsächlich tendenziell in experimentelle Richtung geht die funky Nummer "Normalization" und bei "Back to Earth" tänzeln die Parquet Courts - wie die Broken Bells ;-)-  mit federleichtem IndiePop über den See der Melancholie. Der Gipfel ist aber der dem Album den Titel gebende Talking Heads-und-Beastie Boys-Gedächtnissong-in-einem "Wide Awake". Ja, auch diese Nummer gehört in jede Indie-Disco, am besten zwischen "Burning Down the House" und "Root Down".



Als vorletztes Stück gibt es dann eine Kneipen-Mitsing-Ballade ("Death Will Bring Change"), wie sie nur die Pogues noch schöner hinbekommen haben, ehe zum Schluss mit "Tenderness" ausgelassen getanzt werden darf.

Das Fazit dieser beeindruckenden Platte: Auch wenn am Ende alles nur sinnlos ist, es darf getanzt werden!

Tracklist:
01 Total Football
02 Violence
03 Before the Water Gets Too High
04 Mardi Gras Beads
05 Almost Had to Start a Fight/In And Out of Patience
06 Freebird II
07 Normalization
08 Back to Earth
09 Wide Awake
10 NYC Observation
11 Extinction
12 Death Will Bring Change
13 Tenderness

Freitag, 18. Mai 2018

INDT Made My Day! Barcelona (feat. Wavy Dem)!



 

INDT
Homepage: https://www.facebook.com/doyouknowindt/
From: Kiew, Ukraine


Liebe Kinder es gab mal eine Zeit, da waren Indie und HipHop richtig dicke Freunde! Wer es nicht glauben mag, darf sich ruhig den sagenumwobenen mystischen Soundtrack "Judgement Night" (1993) zulegen und sich verwundert die Augen reiben über Kollaborationen wie Pearl Jam und Cypress Hill.

Es ist also nicht der ganz neue Scheiß, den uns Danil Bogdanenko (Gitarre, Vocals), Vitaliy Koutsiuk (Bass), Ruslan Dobrov (Schlagzeug), Denys Rybchenko (Gitarre, Backing Vocals) aus Kiew präsentieren, aber die Zusammenarbeit mit Rapper Wavy Dem ist auf jeden Fall sehr geschmeidig.

INDT steht natürlich für Indytronics, so nannte sich die Band bei ihrer Grünung im Jahr 2012 ursprünglich, bis man dann wahrscheinlich merkte, dass diese Namensgebung im Google-Zeitalter keine gute Idee war. MADE MY DAY!

Dienstag, 15. Mai 2018

QUICK & DIRTY: ARCTIC MONKEYS / Tranquility Base Hotel + Casino

Published: 10.05.2018
Label: Domino Rec. co.
Genre: IndieRock, LoungeRock
Country: Sheffield, Great Britain



Members:
Alex Turner, Jamie Cook, Matt Helders, Nick O'Malley

Woran erkennt man am besten, wie schnell die Zeit vergeht? Eltern würden sagen am eigenen Nachwuchs und Musikliebhaber kennen sicher das Gefühl, dass man es manchmal nicht glauben kann, wenn wieder eine Mail im Postfach landet, die ankündigt, dass es von einem Lieblingsalbum jetzt eine 10-Jahre- oder gar 25-Jahre-Sonderedition gibt.


Also tapfer bleiben, wenn ich jetzt erwähne, dass das furiose Debütalbum "Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not!", welches die vierköpfige britische IndieRock-Band ARCTIC MONKEYS erst zu Internet- und dann zu Megastars machte, schon 12 Jahre auf dem Buckel hat.

Seitdem hat sich die Band um Mastermind Alex Turner immer wieder erneuert. Jedes der bisher erschienenen fünf Alben baut zwar auf dem Vorgänger auf, sucht aber immer auch neue Wege und verweist auf eine Grundidee, die hinter ihm steht – von Konzeptalben zu sprechen, wäre allerdings zu hoch gegriffen.

Fünf Jahre nach der höchst erfolgreichen Platte "AM" vollzieht die Band nun mit Album Nummer sechs erneut eine Metamorphose, indem sie mit "Tranquility Base Hotel + Casino" ein Album veröffentlichen, das so in etwa auch The National oder Balthazar hätten machen können. "Wo sind die Riffs? Wo der Hit?", sind Fragen, die sich Fans der ersten Stunde stellen werden, oder gar "gehören die Arctic Monkeys nun endgültig zum alten Eisen und haben das Feuer ihrer Anfangstage verloren?"



Arbeiten wir den ganzen Fragenkack einfach schnell ab, damit wir uns einem federleichten neuen Sounds der Monkeys widmen können. So gut wie keine Riffs, kleine Ausnahme die fuzzy Gitarre bei "Golden Trunks". Kein wirklicher Hit für die Indie-Disco, aber die das Album eröffnende Zeile "I just wanted to be one of The Strokes" aus "Star Treatment" ist jawohl der absolute Hit! Das Feuer brennt noch, allerdings wird es nicht mehr dazu benutzt, wild "abzufackeln", sondern es schürt den Kamin an und wärmt ganz soulful Herz.

Tatsächlich ließen schon einige Schreiberlinge die Begriffe "Lounge" und "Cocktail" fallen, um das neue Werk der Arctic Monkeys zu beschreiben, aber die Begriff passen nicht, denn zu sehr verbinde ich mit Lounge- oder Cocktailmusik belanglose Musik, die nicht wehtut und im Hintergrund laufen kann, ohne dass sie irgendjemanden stört. UND NEIN, so ist "Tranquility Base Hotel + Casino" ganz sicher nicht!

Dieses Album ist der Tranquilizer, den du schlucken solltest, damit es dir besser geht! Damit du Musik in Cocktailbars erträgst, damit du verkaufsoffene Sonntage überlebst oder eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23km/h auf der Autobahn klaglos hinnimmst. Damit du das armselige Geschwätz von schleimigen Politikern erträgst oder die bodenlose Dummheit deutscher Fußballnationalspieler. Damit du Dinge verkraftest, die du nicht ändern kannst. Einfach rezeptfrei einchecken im "Tranquility Base Hotel + Casino"!

Die im Internet geborenen Arctic Monkeys erschaffen ein Album voller Seele (Soul), das dem Hörer hilft, offline zu gehen - ein größeres Geschenk kann man in diesen Zeiten kaum machen. Und ob ihr es glaubt oder nicht, eine ähnliche Wirkung erzielen übrigens auch einige Alben von Soullegende Curtis Mayfield!



Tracklist:
01 Star Treatment
02 One Point Perspective
03 American Sports
04 Tranquility Base Hotel + Casino
05 Golden Trunks
06 Four Out Of Five
07 The World's First Ever Monster Truck Front Flip
08 Science Fiction
09 She Looks Like Fun
10 Batphone
11 The Ultracheese

Freitag, 11. Mai 2018

NEW SONGS Vol. 183: PRESSYES / On The Run ... ISAAC GRACIE / Last Words ... THE FADED NORTH / State I'm In ... MÁNI ORRASON / Acting Like A Fool

PRESSYES / On The Run

Hinter PRESSYES verbirgt sich der Österreicher René Mühlberger, das wissen Leser dieses Blogs ja schon, denn im September des letzten Jahres versüßte er mit "Touch The Sky" den Tag - was wir bisher nicht wussten, ist, dass er auch als Gitarrist von Clueso unterwegs ist.

Jetzt ist sein Debütalbum "On The Run" fertig, welches er komplett auf vor 1978 gebauten Vintage-Instrumenten aufgenommen hat. Warum? Weil der analoge Sound seines psychedelischen Pop deswegen sehr warm klingt und Vergleiche mit Bands wie MGMT und Tame Impala zwangsläufig fallen werden. Das Album erscheint am 11. Mai - Heute!






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ISAAC GRACIE / Last Words

Die Karriere des 23-jährigen in London aufgewachsenen Singer/Songwriters begann als er den Song "Last Words", den er zu Hause mit einfachsten Mitteln aufgenommen hatte, online stellte. Der junge Brite, der mich vom Aussehen frappierend an den 70er-Jahre-Teeniestar Leif Garrett, sammelte unerwarteter weise tausende von Klicks und Kommentare die ihn ermutigten seiner Obsession, nachzugehen.

Seine Obsession sind ungeschminkte sensible Folksongs die er auf das Wesentliche reduziert  und mit samtweicher Stimme vorträgt. Wer also in seiner Plattensammlung eine Scheibe neben "Grace" (1994) von Jeff Buckley einsortieren möchte, der kann das Debütalbum von ISAAC GRACIE ohne Gewissensbisse kaufen und entsprechend einsortieren.






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THE FADED NORTH / State I'm In

Engländer, die in Wien im Exil leben und dort eine Band bilden, gibt es wahrscheinlich nicht sooo viele. Das Trio THE FADED NORTH gehört zu dieser seltenen Spezies, macht aber trotzdem keinen Ösi-Pop, sondern britischen Shoegaze mit kleinen Ausbrüchen in Richtung PostRock.

Sänger Matt spielt den Bass, Jim die Gitarre und am Schlagzeug sitzt ein Namensvetter des Frontmanns. Komischer Dreier – aber tolle Musik mit catchy Hooks!




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MÁNI ORRASON / Acting Like A Fool

Mit 16 Jahren hat MÁNI ORRASON in seiner Heimat Island einen Number-One-Hit mit dem PopFolk-Song "Fed All My Days".

Trotz psychischer Probleme und dem Ballast des frühen Erfolges, gelingt es dem mittlerweile 20-Jährigen, die Kurve zu kriegen. Mit seinem zweiten Album "I Woke Up Waiting" zeigt sich Máni als gereifter Songwriter der keine Angst davor haben muss als Lachnummer bei Kaufhauseröffnungen zu enden. Meine absolute Lieblingsnummer ist natürlich "Acting Like A Fool"!




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Mittwoch, 9. Mai 2018

TENNIS SYSTEM Made My Day! Clearer!



 

TENNIS SYSTEM
Homepage: https://www.instagram.com/tennissystem/
From: Los Angeles, U.S.A.


TENNIS SYSTEM nennt sich ein Trio bestehend aus Matty Taylor (Vocals, Gitarre), Sam Glassberg (Bass) und Garren Orr (Schlagzeug), das Soundlandschaften entwirft, wo sich auch Bands wie The Jesus and Mary Chain, DIIV oder auch Echo & the Bunnymen rumtreiben. Am 21. April erschien die ganz in schwarz gekleidete Debüt EP "Pain", deren Titel und Look verdeutlicht, dass dieser Dreier nicht vom Das-Leben-ist-ein-Ponyhof singt. MADE MY DAY!

Montag, 7. Mai 2018

ANNA VON HAUSSWOLFF Made My Day! The Mysterious Vanishing of Electra!



 

ANNA VON HAUSSWOLFF
Homepage: https://www.annavonhausswolff.org/
From: Göteburg, Sweden


Anna Michaela Ebba Electra von Hausswolff ist Sängerin, Pianistin, Organistin, Songwriterin, Architekturstudentin ohne Abschluss und die Tochter des Künstlers Carl Michael von Hausswolff und wenn man ihre Musik hört, vergeht einem augenblicklich das Lachen! Und ja, Musik muss nicht immer so tun als wäre die Welt ein fantastischer Ponyhof, sondern darf auch ein echter Horrortrip sein! Ganz besonders wenn man eine Horrornacht hinter sich hat. FUCK THE DAY!

Samstag, 5. Mai 2018

LUCY DACUS live in Cologne / Support: Jamie Cruickshank

Location: Blue Shell, Köln
Date: 03.05.2018

 

6:37, mit ein paar Minuten Verspätung startet mein Flieger von Valencia, wo ich die letzten 12 Tage zu Urlaubszwecken verbracht habe, in Richtung Köln. Schöne Stadt, die ich uneingeschränkt empfehlen kann, wenn man Urlaub & Kultur verbinden möchte. Kultur gibt es aber natürlich auch in Köln und ein Highlight in dieser Hinsicht findet heute um 21 Uhr im Blue Shell statt, weswegen ich mich trotz Urlaubsende auf den Heimflug freue.


Das Wetter in Köln ist nicht viel kälter als in Valencia, was es mir nicht schwer macht, mich wieder auf heimatliche Gefilde einzustellen und ich somit zwar etwas müde, aber durchaus akklimatisiert bin, als ich 15 Minuten nach acht am Blue Shell eintreffe.

Bis auf Frau H. - die gerne mal etwas später eintrifft ;-) - und dem Herrn Professor sind bereits alle, auch B., was mich besonders freut, am Büdchen und schlürfen das erste Bierchen des Abends. Ich bin ja eigentlich noch auf Horchata mit Farton, aber man gewöhnt sich ja relativ schnell wieder an ein gutes Becks. Die unverwüstliche V., die zur Zeit eine einjährige Auszeit unter spanischer Sonne genießt, ist natürlich nicht nur wegen LUCY DACUS in die Heimat gereist, aber dass Lucys Auftritt mit ihrem Aufenthalt korrespondiert, scheint sie doch ziemlich zu freuen. Die Sonne in Spanien ist besser, aber dafür finden in Kölle die besseren Konzerte statt!

Nachdem auch Frau H. und der Prof. eingetroffen und mit einem Kaltgetränk abgefüllt sind, geht es ins leider nicht ausverkaufte Blue Shell. Leider, leider verdammt wenig Publikum, das zu schätzen weiß, welche fantastische Alben Madame Dacus mit "No Burden" (2016) und "Historian" (2018) vorgelegt hat. Und dabei ist die aus Richmond in Virginia stammende Songwriterin erst zarte 23 Jahre alt!

Zu unserer Freude gibt es eine Vorband, obwohl wir im Netz keine Infos darüber finden konnten. Zwei Herren, einer mit Banjo und einer mit Gitarre betreten die Bühne und stellen sich so nuschelnd vor, dass man sofort wieder vergisst, wer oder was sie sind. Nachrecherchen haben dann aber ergeben, dass es sich um JAMIE CRUICKSHANK handelt.



Die beiden Herren, wenn ich richtig liege ist der andere Herr ein gewisser George Cooke, spielen im weitesten Sinne amerikanischen Folk, der mich in guten Momenten an die Felice Brothers in abgespeckter Form erinnert. Ziemlich traurig die Stücke, weswegen es mit meiner momentan noch vom Urlaub beeinflussten Laune zu Diskrepanzen kommt und mir eher die etwas flotteren und mit mehr Rhythmik versehenen Stücke gefallen. Überraschenderweise geben sich die beiden als Briten aus Bristol zu erkennen, die vom Brexit nicht viel halten und bereits im zarten Alter von 8 Jahren begannen, miteinander zu musizieren.



Und dann fährt uns allen plötzlich ein ordentlicher Schreck in die Glieder, denn nach einem lauten Aufprallgeräusch sehen wir B. auf dem Boden liegen! Schnell wird klar, dass B. schon Sekunden später wieder ansprechbar ist, aber auch, dass sie sich eine fette Platzwunde am Hinterkopf zugezogen hat. Gott sei Dank ist ein Arzt vor Ort (danke!) und auch das Personal des Blue Shells hilft mit, so dass B. einen schicken Kopfverband erhält und der Rettungswagen nach wenigen Minuten eintrifft, denn die Wunde muss definitiv versorgt werden und eine Gehirnerschütterung ist sicher auch nicht auszuschließen.

Bessere Brille, oder?
Mittlerweile geht es ihr, nach einer Nacht im Krankenhaus unter Aufsicht von Schwester H., wieder gut und wir hoffen, dass du liebe B. beim nächsten Konzert trotzdem wieder mit dabei bist - wir schnallen dir dann ein Kopfkissen an den Kopf und ketten dich an den mit dem größten Körpergewicht ;-).

Ohne B. und Frau H. beginnt das Konzert von Lucy Dacus dann also etwas später als geplant. Lucy ist mit drei Mann unterwegs, ein Gitarrist, der aussieht wie die junge Version von Mr. E., ein Bassist und ein Schlagzeuger. Lucy trägt eine randlose Brille zu einem schwarzen Anzug und sieht deutlich älter aus als 23. Liebe Lucy, diese randlose Brille geht einfach gar nicht, wenn man solche Gläser auf der Nase braucht, dann auch richtig dazu stehen!

Würde man sich rein auf den visuellen Eindruck verlassen, würde man nicht vermuten wie very fein diese 23-Jährige, die in etwa soviel animalischen Rock 'n' Roll-Appeal verströmt wie Françoise Cactus von Stereo Total, zu rocken vermag! Klar, Lucy Dacus ist kein Bühnentier, ihr reichen wahrscheinlich 40 Quadratzentimeter, um ihre "Show" auf der Bühne zu präsentieren und mit irgendwelche abgehalfterten Posen hat sie sowieso nichts am Hut, aber Lucy Dacus ist mit 100% bei der Sache und begeistert durch die Hingabe mit der sie ihre selbst geschriebenen Songs präsentiert.
Und das, obwohl sie unumwunden zugibt, dass sie sich sehr auf Zuhause freut, denn Köln ist ihre vorletzte Station auf ihrer zweimonatigen Tour durch Europa und sie sehnt sich danach wieder im eigenen Bett zu schlafen.



Gleich der Opener des Konzertes ist übrigens einer meiner Lieblingssongs von ihrem neuen Album, denn "Addictions" zeigt alle Facetten, die Lucy Dacus zu etwas Besonderem machen: raffiniertes Songwriting, Arrangements mit steigender Dramatik und druckvolles Spiel!

Nach "The Shell" und "Nonbeliever" kommt mit "Yours & Mine" ein weiteres Highlight, bei dem Dacus beweist, was sie für eine begnadete Sängerin ist -  sowohl in lauten wie in leisen Tönen. Spielerisch leicht gelingt es ihr mit ihrer Band auch die Songs "Body to Flame", Timefighter", "Next of Kin" und "Pillar of Truth" - bei dem es um Lucys Grandma geht - vom aktuellen Album live zu präsentieren und besonders "Timefighter" macht mit seiner kleinen Noise-Einlage besonders viel Spaß.



Schließlich kommen mit "Strange Torpedo" und "Map on a Wall" die ersten beiden Songs von ihrem Debütalbum, das etwas kratzbürstiger ist als ihr Zweitwerk, dafür aber im Songwriting noch nicht so ausgefeilt - ich finde aber beide Alben bezaubernd!

Anschließend verkündet Lucy, dass sie den nächsten Song für das Mädchen spielt, das jetzt leider nicht hier sein kann. Verdammt gefallene B., jetzt bekommst du doch glatt ihren Hit "I don't wanna be funny anymore" gewidmet! Das Stück ist mit dem noch nicht gespielten "Night Shift" eindeutig ihre stärkste Nummer, ein absoluter Kandidat für die Indie-Disco! Ach, was zuckt mein Tanzbeinchen! Herrlich!



Und was fehlt noch zum Glück? Richtig "Night Shift"! Wird serviert und schmeckt auch live vorzüglich! Als Nicht 9-to-5-Worker muss ich den Song ja lieben! Dann ist Schluss und Lucy verlässt unter großem Applaus die Bühne, kommt aber noch einmal zurück, um zusammen mit ihrem Gitarristen "Historian" als Abschlusssong des Abends zu spielen.

Ich verneige mich vor diesem tollen Gig, bedanke mich bei Frau Dacus, hoffe sie hat auch ihren letzten Gig in Amsterdam gut gemeistert und hat nun die erste Nacht in ihrem eigenem Bett in Richmond verbracht.




Dienstag, 1. Mai 2018

NEW SONGS Vol. 182: OH! GUNQUIT - So Long Sucker ... BAKERS EDDY / Sad & Happy + If You See Kay ... DAVID HOPKINS / C'est La ... SPINN / After Dark


OH! GUNQUIT - So Long Sucker

Diese bekloppten Londoner machen einfach unglaublichen Spaß!

Mit einer einzigartigen Mischung aus psychedelischem SurfPunk, Rockabilly und schmutzigem Rock'n'Roll machen Tina Swasey (Vocals, Trompete) und Simon Wild (Vocals, Gitarre) zusammen mit drei weiteren Mitstreitern als OH! GUNQUIT trashige Partymusik, zu der man sicher unvergessliche Abende verbringen kann.

Das Album mit der Single "So Long Sucker" erschien bereits im Mai des letzten Jahres, nennt sich "Lightning Likes Me" und liefert knapp 30 Minuten Mucke für Bekloppte und solche, die es werden wollen.




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BAKERS EDDY / Sad & Happy + If You See Kay

Neuseeländer sind in diesem Monat wohl ein sehr umtriebiges Völkchen! Neuseeländischen Delta-Blues und Singer/Songwriter-Handwerk gab es in diesem Monat schon, fehlt noch was Punkiges: Voila BAKERS EDDY! Das Quartett erfindet das Genre nicht neu, macht aber ordentlich Dampf, wie es sich für junge Männer mitten im Sturm und Drang gehört. Weitere aufmüpfige Songbeispiele finden sich auf der Debüt-EP "I'm Not Making Good Decisions"

Warum zur Hölle zieht es eigentlich alle Neuseeländer nach Australien? Soll doch eigentlich ganz schön sein dieses Neuseeland? Ich kenn sogar Menschen die wollen da hin!







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DAVID HOPKINS / C'est La

Geboren in Dublin. Musizierte als Keyboarder dort mit der Band LiR . Beschloss es mit der Musik erst mal sein zu lassen und zog nach New York.

Aber DAVID HOPKINS merkte bald, dass er für das "normale" Leben nicht geschaffen ist und widmet sich wieder dem Rock and Roll. 2001 geht er mit The Who auf Tour, 2010 arbeitet er mit Damien Rice zusammen und 2014 wird er Frontmann der Band Bombay Heavy unter dem Künstlernamen Barnabas Wu. Bei der Arbeit an deren einzigem Album lernt er Mark Stoermer von The Killers kennen. Die beiden Musiker freunden sich an, arbeiten in verschiedenen Projekten zusammen und so ist es nicht verwunderlich, dass Stoermer nun als Executive Producer für Hopkins erstes Soloalbum "Overlook" fungierte.

Laut Hopkins ist "Overlook" seine erste Platte, bei der er keine Kompromisse machen musste und die deswegen genauso ist, wie er sie wollte. Sollten alle Songs so fluffig sein wie "C'est LA", sollte er dieses diktatorische Arbeitsprinzip unbedingt beibehalten!





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SPINN / After Dark

Ich mag gute Melodien. Ich mag duellierende Gitarren. Ich mag BritPop. Ich mag einen treibenden Rhythmus. Ich mag Romantik. Ich mag JanglePop.

Alles vorhanden in "After Dark" einem Song der Band SPINNdie klingt, als käme sie aus Liverpool und auch aus Liverpool kommt. Spinn sind Jonny (Vocals / Rhythm Guitar), Andy (Lead Guitar / Synthesizer), Sean (Bass / Backing Vocals) und Louis (Drums / Backing Vocals) und die vier Songs ihrer Debüt-EP sind allesamt "very fein" wie man hier zu sagen pflegt.




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Sonntag, 29. April 2018

SOPHIA DANAI Made My Day! Come Thru!



 

SOPHIA DANAI
Homepage: https://sophiadanai.bandcamp.com/
From: Vancouver, Canada


Nach einer gescheiterten Ehe mit einem Alkoholiker stellt Sophia Danai alles auf Neuanfang. Die Ballade "Come Thru" ist die erste Veröffentlichung von ihrem neuen Album "Real Lies" auf dem sie einiges aufarbeitet, was ihr in den letzten Jahren widerfahren ist. Da bekommt der gerne benutzte Ausdruck "sich die Seele aus dem Leib singen" doch gleich eine tiefere Bedeutung. MADE MY DAY!

Donnerstag, 26. April 2018

OLD-Shit: VICTOR MALLOY / Lions and Tigers and Bears (2004)

HERZPLATTENREMEBER THAT OLD SHIT
Kategorie: IndiePop / BritPop / Indietronic
Veröffentlichung: 2004

 

Leider musizierten Russ Jones und Kenny MacCracken, alias VICTOR MALLOY, nur für zwei Alben miteinander. Russ Jones versuchte es dann kurzzeitig als Filmemacher ("Dinner with Carlos"), womit er heute sein Geld verdient, konnte ich nicht herausbekommen. Kenny MacCracken ist mittlerweile Fotograf und wohl auf Fashion und Musiker spezialisiert.

Was die beiden Herren aus Brighton 2004 mit ihrem Album "Lions and Tigers and Bears" als musikalisches Vermächtnis hinterließen, ist eines meiner Lieblingsalben-Ever und damit prädestiniert dafür, in dieser Rubrik vorgestellt zu werden, in der ich in unregelmäßigen Abständen Alben vorstelle, bei denen es eine unglaubliche Schande wäre, wenn sie in Vergessenheit gerieten.

Das Album besticht in erster Hinsicht durch seine Geschlossenheit und die fast fühlbare Wärme, die es ausstrahlt. Das liegt zum einen am benutzten Instrumentarium (Gitarren, Mandoline, Banjos) und zum anderen am kreativen Songwriting und ebenso kreativen Umgang mit einem antiquierten Sampler. Wer bei dieser Platte aufmerksam zuhört, und das tut man automatisch, der wird Geräusche erkennen und sich wundern, wie man damit solch wunderbare harmonische Kompositionen hinbekommen kann. Bestes Beispiel dafür, das gesampelte Ping Pong eines Tischtennisballes in "Tallyvan Army" mit einer ganz im Hintergrund agierenden Hau-Auf-die-Kacke-Gitarre.



Die stärksten Songs aber sind die, bei denen Victor Malloy ihre Songwriterfähigkeiten in den Fokus stellen und es deutlich wird, dass hier zwei Traditionalisten mit modernen Mitteln der Popmusik der Sixties und Seventies huldigen. Die Gesangsharmonien variieren zwischen Beatles und Beach Boys können aber auch schon mal an Simon & Garfunkel erinnern, dazwischen immer wieder Bläserparts und unglaublich perfekt passende, eigentlich billige, Synthi-Sounds. So ein seltsames Album kann man nur einmal machen (ausgenommen Mr. E.)  und deswegen liebe ich es.



Anspieltipps: Die "Good-Feeling"-Nummer "A Night in Vegas", das ironisch-melancholische "The Girl in the Hood" und das bezaubernd plätschernde "Love the Rain", welches sicher nur Engländer so hinbekommen können. Nicht zu vergessen, der knisternde Geigenschmachter "Is no one Grateful here" und das manisch-gelangweilte "Elephants in the Playground". Don't forget Victor Malloy!



Tracklist:
01 The Girl In The Hood
02 Love The Train
03 Tallyvan Army
04 Slide
05 Different Time
06 16 Strings
07 A Night In Vegas
08 Radio Municipal
09 Is No One Grateful Here
10 We Could've Been Anything
11 Elephants In The Playground
12 Save It For Someone Who Cares



Mittwoch, 25. April 2018

COACH HOP Made My Day! I Like Taylor Swift!



 

COACH HOP
Homepage: https://coachhop.bandcamp.com/track/i-like-taylor-swift
From: London, Great Britain


Wer mag Taylor Swift, dieses überall multipräsente, nicht gerade übel aussehende 29-Jährige, die wahrscheinlich mehr Platten verkauft hat als alle hier jemals vorgestellten Bands? Seit dem Album "1989" kann ich mit ihr als Sängerin/Künstlerin leben, auch wenn ich das Nachfolgealbum wieder sehr - gäääähn - langweilig fand. Nicht langweilig, sondern witzig - besonders auch den zum Song gehörigen Clip - finde ich "I Like Taylor Swift" aus der Feder, des in London lebenden Amerikaners Charlie Laurence, der sich als COACH HOP ganz frisch in den wilden Rockzirkus begibt. MADE MY DAY!


Montag, 23. April 2018

HEARTS HEARTS Made My Day! Phantom/Island!



 

HEARTS HEARTS
Homepage: http://www.heartshearts.net/
From: Vienna, Austria


Die österreichischen ALT-J melden sich zurück. Ihr Debütalbum "Young" erhielt 2016 viel zu wenig Aufmerksamkeit, aber vielleicht läuft es ja mit dem neuen Album "
Goods / Gods" besser.  Verdient wäre es allemal. Alle Songtitel auf "Goods / Gods" sind zweiteilig und mit einem Schrägstrich versehen, was die Paarelemente in vieldeutige Beziehung zueinander setzt. Die Texte erforschen Doppelsinnigkeiten, Zwischenräume des Lebens, es geht um gemischte Gefühle und moralische Zwiespälte. Oder wie Gitarrist Daniel Hämmerle sagt: "Es geht um ein Denken in Optionen". MADE MY DAY!


Freitag, 20. April 2018

QUICK & DIRTY: VANWYCK / An Average Woman

Published: 19.01.2018
Label: Maiden Name Records
Genre: PopFolk, Singer/Songwriter, ChamberPop
Country: Netherlands, Amsterdam



Members:
VanWyck (bürgerlich Christine Oele) mit Reyer Zwart, Marjolein van der Klauw, Ben Bakker u. a.

Im November 2016 starb der kanadische Songwriter Leonard Cohen, nachdem er noch im selben Jahr mit "You Want It Darker", seiner großen Karriere einen weiteren Meilenstein hinzugefügt hatte. Wenn man das Debütalbum "An Average Woman" der niederländischen Künstlerin VANWYCK hört, fühlt man sich unweigerlich an Leonard Cohen erinnert. Einerseits durch die tiefe rauchige Stimme VanWycks, aber auch durch die mollgetragene Traurigkeit in ihren Balladen.

2015 erntete VanWyck für ihr Debüt-EP "Tanned Legs", nicht nur in den heimischen Niederlanden, zahlreiches positives Feedback für ihren düsteren FolkPop. Gestärkt aus dieser Resonanz wagte sich VanWyck an ein neues Projekt. Bei "One Song A Week" nahm sie sich vor, jede Woche einen Song zu veröffentlichen. Nicht ausproduzierte Stücke, sondern eher Songskizzen, live aus dem Studio oder aus der Küche, die ihr dabei helfen sollten, besser zu verstehen, weswegen sie tut, was sie tut. Dazu veröffentlichte sie unter  https://www.getrevue.co/profile/vanwyck zu jedem Song einen Newsletter mit Hintergrundinformationen.



Das Resultat und die Erkenntnisse aus dieser Selbsterforschung der Amsterdamerin liegt nun mit ihrem ersten Longplayer "An Average Woman" vor. Ein Album, das von der durchschnittlichen Frau handelt, den auffälligen und unauffälligen, den egoistischen und aufopferungsvollen, den gewöhnlichen und den außergewöhnlichen Frauen. Es erkundet die Rollen, die sie sich selber zuweisen und die sie zugewiesen bekommen und darf zurecht als überdurchschnittlich betrachtet werden.



"An Average Woman" klingt nicht modern oder aufregend neu, sondern wie ein verschollener Klassiker, von dem man gar nicht wusste wie sehr man ihn vermisst hat. Ja, "An Average Woman" ist ein Frauenalbum, ein Album für Frauen, aber eines von dem auch Männer lernen können und Leonard Cohen hätte es ganz sicher sehr gefallen.

Anspieltipps: "An Average Woman", "Bring It On Right", "Don't Talk To The Captain"

Tracklist:
01 An Average Woman
02 Red River Girl
03 Listen To You Breathe
04 Bring It On Right
05 My Sweetheart
06 Europa Escapes
07 To Feel Free
08 By The Oak Tree
09 Don't Talk To The Captain
10 Sultan's Square
11 Whole Again

Donnerstag, 19. April 2018

NEW SONGS Vol. 181: MeMe DETROIT / Soc Med Junkies... ALBERT HAMMON JR / Set To Attack ... TANGO WITH LIONS / Proof Of Desire ... THE YADA YADA YADAS / Woke Up Strange


MEME DETROIT/ Soc Med Junkies

Wenn man nicht gerade auf Katzenvideos steht und so durch den eigenen Social-Media-Account scrollt, kann es einem schon gehörig auf die Nerven gehen, wie viel negativer Mist sich dort anhäuft. Irgendwie scheint Social-Media zum Ich-kotzt-mich-aus für alle zu werden und die Frequenz in der manche Menschen posten spricht dafür, dass sich die SocialMedia-Auskotz-Zombies exorbitant vermehren.

Dieser Umstand ist auch der aus Birmingham stammenden britischen Band MeMe DETROIT aufgefallen, weswegen sie ein kleines, aber feines und ziemlich böses Liedchen über diesen moderne Typus Mensch gemacht hat. Die Botschaft der gitarrengetriebenen Nummer "Soc Med Junkies"  ist klar: Wer nur virtuell lebt, ist bereits Tod!




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ALBERT HAMMON JR / Set To Attack

Es lebe der gute alte GitarrenPop! Mr. ALBERT HAMMON JR ist langjähriges Mitglied von The Strokes, trägt den Namen seines prominenten Vaters, der mit "It Never Rains in Southern California" in den 70ern einen weltweiten Hit hatte, und weiß deswegen selbstverständlich, wie das Popbusiness funktioniert!

Auf seinem vierten Soloalbum "Francis Trouble" verarbeitet Albert die Totgeburt seines Zwillingsbruders Francis, von dem er erst im Alter von 36 Jahren erfuhr und schlägt deswegen etwas dunklere Töne als gewohnt an - was allerdings bleibt, sind vortrefflich sitzende Melodien wie z. B. bei "Set to Attack". Gelernt ist gelernt!




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TANGO WITH LIONS / Proof Of Desire

Die griechische Singer und Songwriterin Katerina Papachristou und ihre Band TANGO WITH LIONS ließen fünf Jahre nichts von sich hören und melden sich nun mit der dramatischen Ballade "Proof Of Desire" zurück.

Das neue Album "The Light" erschien im Januar 2018 auf Inner Ear und enthält insgesamt neun Stücke, die alle über eine vorzügliche Dramaturgie verfügen und durch die samtige Stimme von Katerina gekennzeichnet sind. - mein absoluter Lieblingssong bleibt aber "Proof Of Desire".




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THE YADA YADA YADAS / Woke Up Strange

Die Veröffentlichung ihres allerersten Songs "Oceans" sorgte für ziemlich viel Wirbel im Heimatland der Briten! Feiner Schrammelrock mit feiner Melodie, der die nächste heiße Scheiße auf der Insel werden könnte. Ursprünglich sollte im Januar 2018 eine Debüt-EP erscheinen, aber das erste Quartal des Jahres verging und von The Yada Yada Yadas gab es nichts Neues zu hören.

Jetzt gibt es mit "Woke Up Strange" zumindest einen neuen Song und es ist anzunehmen, dass die britische Musikpresse jetzt noch ungeduldiger mit den Hufen scharrt - ich auch!





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Montag, 16. April 2018

MICHAEL RAULT Made My Day! I'll Be There!



 

MICHAEL RAULT
Homepage: http://michaelrault.com/
From: Montreal, Canada


Am 18. Mai erscheint das Album "It's A New Day Tonight" des in Edmonton geborenen und in Montreal wohnhaften Songwriters Michael Rault. Rault lässt in jedem seiner Songs die besten Seiten des 70er Jahre FolkRocks wieder auferstehen und wirft mit zuckersüßen Popmelodien wild um sich. Die Stücke wurden live im Studio eingespielt und anschließend nur noch marginal bearbeitet, sodass die Songs des Albums tatsächlich eine Art kinsternde Lagerfeueratmosphäre verbreiten. MADE MY DAY!



Sonntag, 15. April 2018

MARLON WILLIAMS live in Cologne / Support Delaney Davidson

Location: YUCA Club, Köln
Date: 12.04.2018

 

Bereits im Februar wies ich in den News Vol. 176 darauf hin, dass es in Neuseeland einen jungen Mann namens MARLON WILLIAMS gibt, der stimmlich in frappierender Weise an die Rock 'n' Roll Legende Elvis Presley erinnert und sich anschickt, mit seinem zweiten Album "Make Way for Love" auch fern der Heimat neue Fans zu gewinnen. Am 12. April gab er nun im Kölner Yuca Club eine Kostprobe seines Könnens, um Deutschland zu erobern.. 


Eigentlich war der Tag bisher so verlaufen, dass mir eher nach Sofa und einem Gläschen Wein, als nach dunklem Club und Flaschenbier zumute war, aber es sollte sich wieder einmal zeigen, dass es sich lohnt, den Arsch hoch zu bekommen und wie man ja dank einer aktuellen Studie weiß, verlängern Konzertbesuch das Leben.

Zu meiner großen Freude begann der Abend schon sehr positiv, indem ich erfuhr, dass niemand geringeres als DELANEY DAVIDSON, der  gebürtige Neuseeländer, aber in der Schweiz lebende Singer/Songwriter den Support für Marlon übernehmen würde. Das Album "Bad Luck Man" (2011) des Herrn Davidson hatte mir vor einigen Jahren mein treuer Konzertbegleiter C., der neben Frau H. und Patzi auch heute mit ins Yuca gekommen war, geschenkt und schon so manche Runde auf meinem Plattenspieler gedreht.

Herr Davidson sieht eigentlich ein bisschen so aus, wie man sich einen amerikanischen Handelsvertreter vorstellt, der täglich hunderte von staubigen Meilen zurücklegen muss, um seine Dollars zu verdienen. Er trägt gerne Anzughemden ohne Anzug, hat lässig eine nicht zugezogene Krawatte umgebunden und trägt einen Hutklassiker auf seinem schier haarlosen Haupt. Wüsste man nichts über ihn, würde man damit rechnen, dass, sobald er den Mund öffnet, ein breiter texanischer Slang zu hören ist, was erklärt, dass einige Lacher im Publikum ertönen, als er die Konzertbesucher in einem sicherlich noch ausbaufähigen Schweitzerdeutsch begrüßt. Also cool klingt irgendwie schon anders ;-).

In musikalischer Hinsicht ist Delaney Davidson aber die Coolness in Person. Als wäre er in den Gewässern der Mississippi getauft worden, atmet und dampft er sumpfigen Delta-Blues aus, der nach Louisiana, "True Detectices",  "True Blood" und Voodoo müffelt. Erdig und feucht!



Ohne Begleitung, nur mit einer akustischen Gitarre, die allerdings über zahlreiche Pedals ziemlich elektrifiziert wird und stellenweise wie eine elektrische klingt, verwandelt er das Yuca in einen mystischen Ort. Er sampelt live die Klopfgeräusche seiner Gitarre und bastelt sich einen dumpfen Bluesbeat, singt natürlich von der Liebe, vom Verlieren und vom Unterwegssein.

Am 27. April erscheint sein neues Album "Shining Day", das nach "Lucky Guy" (2015) wieder einen Titel trägt, der in die Irre führt, denn eigentlich erwartet einen beim Schweizer Emigranten immer eher das, was auf seiner Homepage unter Biographie steht: "Allow the darkness in…. The wolf at the door….. I welcome the dead into my soul, You have dragged me to hell."

Kurz nach 21 Uhr ist dann Showtime für Marlon Williams.

Williams, 
der zusammen mit Davidson von 2012 bis 2014 als Duo drei Alben mit dem vielversprechenden Titel "Sad But True: The Secret History of Country Music Songwriting" Volume I bis III herausbrachte, beginnt das Konzert solo am E-Piano mit "The First Time Ever I Saw Your Face", einer Ballade aus der Feder des britischen Songwriters Ewan MacColl, die in der Interpretation von Roberta Flack 1972 Weltruhm erlangte. Was für eine Stimme! Welch ein gefühlvoller Beginn eines Konzertes! Natürlich ist dieses Stück der perfekte Einstiegsong für einen Abend, der unter dem Motto "Make Way For Love" stehen sollte.

Anschließend betreten drei Mitmusiker die Bühne und gemeinsam singen Williams und sein Bassist, der ebenfalls über eine wunderbare Stimme verfügt, "Come to Me" vom neuen Album. In seiner engen himmelblauen Röhrenturnhose und dem in die Hose gesteckten Hooligan-Poloshirt sieht Marlon schon sehr eigen aus, aber das passt natürlich auch sehr schön zu seiner einzigartigen Stimme und der Aura des verschrobenen Künstlers.



Bisher hat Williams zwei Alben veröffentlicht, wobei sein selbstbetiteltes Debütalbum von 2015 deutlich mehr Country- und Folkbezüge zeigt, während er sich auf seinem neuen Werk eher als Popsänger mit Croonerqualitäten generiert und Soul sowie postrockartige orchestrale Arrangements die Zutaten sind.

Die erste Konzerthälfte konzentriert sich Williams ganz auf "Make Way For Love", mit dem Highlight "Can I Call You", einer Nummer, der es gelingt, wie die perfekte Verschmelzung eines MashUps aus Radiohead und Nirvana zu klingen. Aber nur einer von vielen Gänsehautmomenten, denn mit zunehmender Spieldauer gewinnt das Konzert an Intensität. Band und Bandleader verstehen sich blind und präsentieren die emotionalen Stücke mit einer perfekten Leichtigkeit.



Mit der besten Elvis-Nummer aller Zeiten, die nicht von Elvis ist, "What's Chasing You", endet der erste Block mit Songs vom aktuellen Album und mit der dunklen CountryFolkballade "Dark Child" spielt Williams den ersten Song von seinem Debütalbum. Es folgt eine Coverversion von Yoko Onos "Nobody Sees Me Like You Do" aus dem Jahr 1981, die eindrucksvoll beweist, welch gute Songwriterin und welch lausige Sängerin Yoko ist.



Anschließend erklingt "Party Boy", eine untypische Williams-Nummer mit elektronischem Blubberbeat und einem Titel, bei dem ich immer noch grüble, ob er sich auf das Album "Party" (2017) seiner ehemaligen Liebe Aldous Harding bezieht und wahrscheinlich das einzige Williams-Stück, zu dem man ausgelassen tanzen kann - ich sehe tatsächlich entsprechende Anzeichen im ansonsten andächtig lauschenden Publikum!

Für die letzten Stücke bittet Marlon seinen alten Buddy Delaney auf die Bühne und sie servieren dem begeisterten Publikum "Bloodletter" aus Vol. I ihrer Album-Triologie.



Als Neuseeländer darf man natürlich auch einen Barry Gibb Song covern. Die erwählte Nummer nennt sich "Carried Away" und ich kenne die Nummer auch irgendwoher, wusste aber nicht mehr, dass Gibb die Nummer eigentlich für Barbara Streisand geschrieben hatte, diese aber den Song ablehnte und er dann von Olivia Newton John zum besten gegeben wurde. Er hat schon ein gutes Händchen dafür, welche Songs ihm gut stehen, der Herr Williams!



Dann kommt mit "Vampire again" ein Stück, dass Marlon im August 2017 veröffentlichte, welches es aber nicht auf seinen zweiten Longplayer schaffte, wahrscheinlich weil es einfach nicht passen würde. Was nicht so zu verstehen ist, dass es sich um eine zweitklassige Nummer handelt. Ganz im Gegenteil das Stück rockt ungemein und verzückt mich an diesem Abend geradezu - es scheint so, als ob der Gitarrist aus Marlons Band sich auch auf dieses Stück am meisten gefreut hat ;-).



"Nobody Gets What They Want Anymore" ist die Nummer, die Marlon auf dem Album mit seiner Ex Aldous singt. Natürlich ist Aldous nicht dabei -besagter Bassist übernimmt den Part - aber dass sie ein tief verwurzelter Teil in Marlons Biographie bleibt wird deutlich als er bei den Eingangserläuterungen zu diesem besonderen Song offen bekundet, dass er sie noch immer liebt. Seufz. Wir lieben Aldous seit ihrem Auftritt beim Rolling Stone Weekender 2016 übrigens auch! Der letzte Song des regulären Sets ist "Make Way For Love" und damit ist eigentlich alles gesagt, außer natürlich, dass die Liebe auch schrecklich sein kann, weswegen "Love Is a Terrible Thing" die erste Zugabenummer ist.

So wie das Konzert begann, sitzt Marlon wieder am E-Piano und spielt diese Ballade, die so unendlich schön traurig und gefühlvoll ist, dass ich mich dazu entschließe, sie beim nächsten Update in meine traurigste Playlist (Songs For My Funeral) zu packen, weil man dazu sicher auch sehr gut weinen kann.



Der magische Abend endet für mich mit einem weiteren Becks und einer Coverversion von Screamin’ Jay Hawkins - ich sagte ja schon, Marlon hat ein Händchen dafür!

Ich persönlich würde übrigens gerne mal "Blood & Tears" von Danzig als Marlon Williams-Coverversion hören. Vielleicht beim nächsten Mal, denn das wird es nach diesem Abend ganz bestimmt geben. Thank You for the music Mr. Williams und da spreche ich sicher im Namen aller Konzertbesucher!